Wie du mehr Freude an Technologie in deiner Organisation schaffen kannst
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Wie du mehr Freude an Technologie in deiner Organisation schaffen kannst

Danny Coleman
Published on 8. Januar 2026
12 Min. Lesezeit


Danny Coleman
Published on 8. Januar 2026
12 Min. Lesezeit
Lerne, Technostress und „quiet cracking“ in Technikbegeisterung zu verwandeln – mit einer unterstützenden Kultur, klarer Führung, besserem Training, gesunden digitalen Grenzen, smartem KI-Einsatz und verständlicher, jargonfreier Kommunikation.
„Quiet Cracking“ ist real: Viele Menschen entwickeln überwältigende und anhaltende Unzufriedenheit bei der Arbeit – mit Burnout, gesundheitlichen Ausfällen und letztlich Kündigungen als Folge. Einer der Haupttreiber: Technostress, also Stress, der durch den Einsatz von Technologie entsteht und den wir in diesem Blogbeitrag bereits genauer beleuchtet haben.
Doch wie sieht das Gegenmittel aus?
Der Begriff Technologie-Freude lässt vielleicht an eine futuristische Digital-Utopie mit VR-Brillen tragenden Teenagern denken. In Wahrheit beschreibt er jedoch das genaue Gegenstück zu Technostress: Technologie-Freude ist die positive Erfahrung, die entsteht, wenn Technologie sinnvoll ausgewählt, verständlich eingeführt, im Alltag unterstützt und von allen Beteiligten akzeptiert wird.
In diesem Blogbeitrag zeigen wir, wie du mehr Technologie-Freude in deiner Organisation schaffen kannst – indem du dich gezielt auf die zentralen Treiber der Zufriedenheit deiner Mitarbeitenden fokussierst und Führungskräften eine klare Roadmap an die Hand gibst, um „Technostress“ Schritt für Schritt in „Technologie-Freude“ zu verwandeln.
Was führt zur Freude an Technologie?
Zu verstehen, was Technostress verursacht, ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte besteht darin, eine Kultur und Umgebung zu schaffen, in der Technologie-Freude wirklich gedeihen kann. Hier sind einige zentrale Ansatzpunkte, um Technologie-Freude in deiner Organisation erreichbar zu machen:
1. Schaffe eine Kultur, in der man um Hilfe bitten kann
In unserem neuen Adaptavist-Research-Report „Entdecke den Weg zur Freude an Technologie“ haben wir im August 2025 insgesamt 4.000 Wissensarbeitende aus Großbritannien, den USA, Kanada und Deutschland gefragt, welche Maßnahmen ihre Organisationen ergreifen sollten, damit sie durch digitale Technologien wirklich unterstützt und befähigt werden.
Fast die Hälfte der Befragten (48 %) nannte „eine Kultur, in der Menschen sich wohlfühlen, um Hilfe zu bitten“ als Top-3-Priorität.
Wenn Menschen sich sicher fühlen zuzugeben, dass sie etwas nicht wissen, und aktiv um Unterstützung bitten können, wirkt Technologie weniger einschüchternd. Mit kollegialer Hilfe und Mentoring wird Lernen zu einer gemeinsamen Erfahrung statt zu einer peinlichen Hürde. Das reduziert Technologieangst und stärkt das Selbstvertrauen im Team – essenziell, wenn neue Tools eingeführt werden.
2. Verknüpfe Tools mit der Strategie, um das „Warum“ verständlich zu machen
Das „Warum“ hinter der Einführung neuer Technologien zu verstehen, stärkt Vertrauen und richtet Teams besser an den Zielen der Organisation aus. Unsere Forschung zeigt: Ein entscheidender Unterschied zwischen Menschen, die Technostress erleben, und denen, die das nicht tun, ist ihr Verständnis des Zwecks hinter den Aufgaben, die sie bearbeiten.
Wenn Führungskräfte die Tools sichtbar selbst nutzen und ein wirksames Change Management etabliert ist, werden neue Technologien eher als Teil der organisationalen DNA wahrgenommen – und nicht als etwas, das „von oben“ aufgezwungen wird. Kommunikation ist hier der Schlüssel: Hole aktiv Feedback von den Menschen ein, die täglich mit diesen Tools arbeiten. Dein Ziel: Deine Teams sollen zu den 64 % der Befragten gehören, die mitreden konnten, wenn es um Technologieentscheidungen ging, die ihre Arbeit betreffen. Technologien und Arbeitsweisen, die Unternehmensstrategie mit Team-Aufgaben verknüpfen, sind zentral, damit Wissensarbeitende das „Warum“ verstehen – und damit zufriedener und produktiver arbeiten.
3. Sorge für ausreichendes Training, Ressourcen und kontinuierlichen Support
Menschen haben nicht unbedingt ein Problem damit, mehrere Tools zu nutzen – solange es genug Unterstützung gibt, um Frust zu vermeiden und sie schnell „fit“ zu machen.
Fast die Hälfte der Befragten (43 %) wählte „mehr Schulungen“, „technischen Support“ oder „Trainingsressourcen“ als Top-3-Priorität für ihren Arbeitgeber (statt einer Reduktion der Tools).
Strukturierte Trainings stellen sicher, dass sich Teams von Anfang an kompetent fühlen, während laufender technischer Support verhindert, dass kleine Probleme zu großen Eskalationen werden. Neben Trainingsmaterialien musst du auch ausreichend Zeit und Kapazität einplanen, damit Menschen lernen können – statt Lernen nur „on top“ auf die bestehende Arbeitslast zu packen.
4. Fördere gesunde digitale Grenzen
Wenn du das Gefühl hast, zu viele Benachrichtigungen über zu viele Plattformen zu erhalten, gehörst du möglicherweise zu den 44 % der Wissensarbeitenden in unserer Studie, die dies als stress- oder angstfördernd erlebt haben, oder zu den 19 %, die sich unter Druck gesetzt fühlen, außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein. Asynchrone Arbeitsweisen, bei denen Mitarbeitende zu unterschiedlichen Zeiten oder in verschiedenen Zeitzonen arbeiten, können dieses Problem verstärken.
Technologie-Freude ist wahrscheinlicher, wenn Technologie nicht als aufdringlich empfunden wird. Lege daher klare Regeln für Erreichbarkeit und Arbeitszeiten fest. Das kann bedeuten: keine Erwartung, spätabends auf E-Mails zu reagieren (oder sie gar nicht erst außerhalb der Arbeitszeit zu verschicken), Slack-Nachrichten so zu terminieren, dass sie zu passenden Zeiten ankommen, und Rücksicht auf Urlaube oder Krankheitszeiten zu nehmen.
5. Nutze die Freude an gut vernetzter Technologie
Unter denjenigen, die sich durch ihr Arbeitsumfeld energiegeladen und motiviert fühlen – also den Menschen voller Technologie-Freude – gaben 93 % an, dass sie und/oder ihre Kolleg:innen effektiv miteinander interagieren. Und 60 % sagten, dies habe ihre Karriereentwicklung „signifikant“ gefördert. Der Nutzen gut implementierter und gut integrierter Technologien ist offensichtlich: Sie ermöglichen mehr Zusammenarbeit über Teams und Abteilungen hinweg, verbessern Arbeitsbeziehungen und verringern Technostress.
Dafür braucht es nutzerzentrierte, intuitive Tools, die sich nahtlos in bestehende Workflows und Toolchains einfügen. Werkzeuge, die Reibung verringern oder repetitive Aufgaben automatisieren, geben deinen Teams mehr Raum für das, was ihnen wirklich Freude macht. Technologieentscheidungen sollten klar an Unternehmensziele gekoppelt und ihr Zweck transparent kommuniziert werden – so motivierst du deine Teams, neue Fähigkeiten zu erlernen. Richtig umgesetzt helfen Technologien, Aufgaben mit Zielen und Ergebnissen zu verbinden.
6. Erkenne den Unterschied zwischen „KI-Genialität“ und AI-Überforderung
Da inzwischen in vielen Tools KI-Funktionen eingebaut sind – von Zusammenfassungen und Notizhelfern bis zu automatischen Handlungsempfehlungen nach Meetings – braucht es eine Balance: zwischen Effizienzgewinn auf der einen Seite und den Ängsten, Meeting-Chaos und Wissen-Silos, die KI auf der anderen Seite verstärken kann.
Zwar kann KI helfen, Technostress durch die Bewältigung von Informationsflut zu reduzieren, doch unsere aktuellen Forschungsergebnisse zeigen ein alarmierendes Paradox:
60 % der Beschäftigten sorgen sich, dass kritisches Wissen verschwindet, wenn Kolleg:innen das Unternehmen verlassen oder in Rente gehen, und mehr als ein Drittel (35 %) gibt zu, dass sie aus Angst, von KI ersetzt zu werden, zögern, Ideen und Informationen zu teilen.
60 % der Beschäftigten sorgen sich, dass kritisches Wissen verschwindet, wenn Kolleg:innen das Unternehmen verlassen oder in Rente gehen, und mehr als ein Drittel (35 %) gibt zu, dass sie aus Angst, von KI ersetzt zu werden, zögern, Ideen und Informationen zu teilen.
Viele nutzen traditionelle Methoden und neue Technologien parallel – teilweise aus digitaler Überforderung, teilweise, weil bewährte Methoden vertraut sind – und meiden Tools, die ihnen eigentlich helfen könnten. So sagten 81 % der Befragten, dass sie häufig oder zumindest gelegentlich handschriftliche Notizen machen, während nur 54 % einen KI-basierten Notizassistenten nutzen. Umgekehrt werden KI-Tools teils auch unreflektiert und ohne klare Richtlinien eingesetzt.
Ein Beispiel: Meetings. Jede:r zehnte Beschäftigte verbringt inzwischen einen ganzen Arbeitstag pro Woche in Besprechungen. Kein Wunder also, dass 46 % der Wissensarbeitenden schon einmal in einem Meeting waren, in dem eine Kollegin oder ein Kollege eine KI-Assistent:in „hingeschickt“ hat, statt selbst teilzunehmen. Gleichzeitig fanden 40 % der Befragten dieses Verhalten „etwas unhöflich“ oder „sehr unhöflich“.
Organisationen müssen daher eine gute Balance finden: die Vorteile von KI gezielt nutzen, um Technostress zu reduzieren – ohne neue Ängste zu schüren oder zusätzliche Probleme zu erzeugen.
Töten Business-Buzzwords die echte Begeisterung?
Zum Schluss lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie die Sprache in deiner Organisation möglicherweise die Technojoy regelrecht aussaugt. Begriffe wie „Teamwork“, „Erfolg“ oder „Fortschritt“ werden als inspirierend wahrgenommen – aber Jargon und Corporate Buzzwords haben genau den gegenteiligen Effekt: Laut unserer Studie führen sie bei 74 % der Wissensarbeitenden dazu, dass diese innerlich abschalten oder weniger produktiv werden. Bei 39 % passiert das sogar jeden Tag oder mehrmals pro Woche (autsch).
Generative KI-Modelle wie ChatGPT verschärfen diese Jargon-Flut vermutlich – oder tragen zumindest zu einem bestehenden Problem bei. Warum? Weil sie auf statistischen Modellen historischer Sprachverwendung basieren. Und ein großer Teil historischer Business-Texte ist voll von Begriffen wie „optimieren“, „transformieren“ oder „ermöglichen“. KI greift auf diese massiv überstrapazierten Wörter zurück, weil sie in ähnlichen Kontexten ständig vorkommen.
Hier sind vor allem Führungskräfte gefragt, gegenzusteuern. Übermäßiger Jargon deutet oft auf Unsicherheit und fehlende Klarheit hin – genau dort lässt sich ansetzen. Sinkende Mitarbeiterbindung ist ein zentrales Symptom von Quiet Cracking. Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte Phrasen streichen, Ziele klar formulieren und eine Sprache nutzen, die Mitarbeitende mit ihrer Arbeit, ihrem Team und dem gesamten Unternehmen wirklich verbindet.
Entdecke die Freude an Technologie!
Den Weg zu Technologie-Freude zu ebnen, beginnt damit, der Versuchung zu widerstehen, Technologie nur um ihrer selbst willen einzuführen. Organisationen sollten zunächst die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Teams verstehen – und erst dann passende Lösungen dazu suchen. Das bedeutet: Teammitglieder in Entscheidungen einbeziehen, intuitive cloud-native Tools auswählen, für ein gründliches Onboarding und Training sorgen und eine Kultur fördern, in der Fragen und Feedback ausdrücklich erwünscht sind. Genauso wichtig ist eine laufende Überprüfung: Führungskräfte sollten kontinuierlich prüfen, ob Tools die Mitarbeitenden besser unterstützen – und nicht das Gegenteil bewirken.
Lies den vollständigen Report „Die Folgen der digitalen Transformation für den Menschen verstehen“, um die größeren Zusammenhänge rund um Quiet Cracking zu verstehen – einschließlich der Faktoren, die zu Technologie-Freude führen, und der transformativen Wirkung einer starken Organisationskultur.
Häufige Herausforderungen bei der Einführung KI-gestützter Technologien
Unser Team tut sich mit KI-Tools schwer – einige lieben sie, andere sind verunsichert. Wie finden wir das richtige Gleichgewicht?
Ihr seid damit nicht allein. Unsere Forschung zeigt ein komplexes Paradox: Einerseits kann KI helfen, Informationsflut zu verringern – andererseits sorgen sich 60 % der Beschäftigten, dass kritisches Wissen verschwindet, wenn Kolleg:innen das Unternehmen verlassen. 35 % zögern zudem, Informationen zu teilen, aus Angst, von KI ersetzt zu werden.
Hinzu kommt: 46 % der Wissensarbeitenden waren bereits in Meetings, in denen eine Kollegin oder ein Kollege eine KI-Assistent:in „hingeschickt“ hat, statt selbst teilzunehmen – und 40 % empfanden dieses Verhalten als unhöflich.
Der Schlüssel liegt in klaren Leitlinien und einer gemeinsamen „Etikette“ für den Einsatz von KI. Nutzt KI gezielt, um Technostress zu reduzieren (z.B. beim Umgang mit Informationsüberlastung), und adressiert berechtigte Sorgen offen – etwa rund um Jobsicherheit, Wissensmanagement und respektvolle Meetingregeln. Führt KI-Tools nicht einfach ein, ohne das „Warum“ zu erklären und angemessene Schulungen anzubieten.
Wir investieren bereits in Schulungen, aber unsere Tools machen den Leuten trotzdem Stress. Was übersehen wir?
Schulungen sind wichtig – 43 % der Befragten nannten sie als Top-3-Priorität –, aber sie sind nur ein Teil der Lösung. Unsere Forschung zeigt, dass 48 % der Wissensarbeitenden „eine Kultur, in der Menschen sich wohlfühlen, um Hilfe zu bitten“ als wichtigste Priorität sehen. Das legt nahe: Psychologische Sicherheit ist mindestens so entscheidend wie technisches Training.
Prüfe außerdem diese oft übersehenen Faktoren:
- Gebt ihr den Menschen wirklich genug Zeit zum Lernen – oder packt ihr Trainings zusätzlich zur normalen Arbeit oben drauf?
- Setzt ihr gesunde digitale Grenzen? (44 % berichten Stress durch zu viele Benachrichtigungen, 19 % fühlen sich unter Druck, außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein.)
- Erklärt die Führung offen, warum neue Tools eingeführt werden?
- Werden Mitarbeitende in Technologieentscheidungen einbezogen? (Laut unserer Forschung haben derzeit nur 64 % hier ein Mitspracherecht.)
Und zuletzt: Streicht Corporate Jargon – 74 % der Beschäftigten schalten innerlich ab, wenn sie mit Buzzwords konfrontiert werden. Klare, einfache Sprache hilft Menschen, sich mit ihrer Arbeit verbunden zu fühlen – und reduziert genau den Stress, der Tehnologie-Freude im Weg steht.
Verfasst von

Business Information Services Manager
Als Business Information Services Manager konzentriert sich Danny auf den Ausbau der monday.com-Dienste. Er setzt sich für die Verbesserung der Geschäftsprozesse und der Teamdynamik ein und legt Wert auf exzellente Abläufe, Authentizität und Transparenz. Dabei verfolgt er das Ziel, die Arbeitserfahrung seines Teams positiv zu beeinflussen.