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Burnout durch digitale Transformation: Wie technologischer Stress reduziert werden kann
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Burnout durch digitale Transformation: Wie technologischer Stress reduziert werden kann

Cannon Lafferty
Cannon Lafferty
Published on 11. November 2025
10 Min. Lesezeit
Zwei Menschen, die gemeinsam auf einen Laptop schauen
Cannon Lafferty
Cannon Lafferty
Published on 11. November 2025
10 Min. Lesezeit
Dein Leitfaden zur Reduzierung von technologischem Stress
Was verursacht Technostress?
Die „menschlichen“ Auswirkungen von Technostress
Die umfassenden Schäden durch Technostress
Ready to tackle technostress head-on?

Forschungsbericht: Die Folgen der digitalen Transformation für den Menschen

Dieser spezielle Forschungsbericht von Adaptavist zeigt, wie Tools, Prozesse und Sprache das Problem des „Quiet Cracking“ – ein stilles Risiko für Teamengagement und den Erfolg der digitalen Transformation – sowohl verschärfen als auch lösen können.

In diesem Blog zeigen wir dir, wie Kultur, Change Management und praxisnahe Unterstützung den Wandel von Technostress zur Freude an Technologie ermöglichen – sodass Technologie Fokus, Autonomie und Zufriedenheit fördert.

In unserem vorherigen Blog haben wir das Phänomen des „Quiet Cracking“ beleuchtet – dieses anhaltende Gefühl von Unzufriedenheit am Arbeitsplatz – und gezeigt, wie technikbedingter Stress dazu beiträgt. Hier eine kurze Zusammenfassung:
  • Technostress beschreibt das Gefühl, durch ständige Erreichbarkeit, den Druck, mit neuen Tools und Plattformen Schritt zu halten, kognitive Überlastung durch Benachrichtigungen und Informationen sowie die dauernden Anforderungen neuer Arbeitsplatztechnologien überfordert zu sein.
  • Technojoy beschreibt die positive Erfahrung, die Mitarbeitende machen, wenn Technologie wirksam eingeführt, gut angenommen und passend unterstützt wird.
Zu verstehen, was Technostress ist, ist der erste Schritt, um ihn zu erkennen, ihm vorzubeugen und ihn aus deiner Organisation zu beseitigen. Aber was genau verursacht Technostress – und welche langfristigen Auswirkungen hat er auf deine Mitarbeitenden und dein Unternehmen?

Was verursacht Technostress?

Technologie soll den Arbeitsalltag erleichtern. Für viele Beschäftigte weltweit ist sie jedoch zur Ursache von Stress, Ängsten und kognitiver Überlastung geworden – kurz: Technostress. Dieses zunehmende Phänomen in der Arbeitswelt ist eine direkte Folge schlechter Technologieeinführung, mangelnder Schulung im Umgang mit neuen Workplace-Technologien und schwacher Unternehmenskulturen – und es ist weit verbreitet.
Für unsere aktuelle Studie Die „menschlichen“ Kosten der digitalen Transformation haben wir im August 2025 4.000 Wissensarbeiter:innen aus dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada und Deutschland befragt. Ziel war es, das Ausmaß von Technostress besser zu verstehen – als ersten Schritt, um seine Ursachen genauer zu untersuchen, den Einfluss von Technologie und Prozessen auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu beleuchten und herauszufinden, was Organisationen tun können, um digitale Transformationen erfolgreicher zu gestalten und zufriedenere Teams zu fördern.
Doch zunächst zur grundlegenden Frage: Was verursacht Technostress überhaupt? Zu den Faktoren, die in jeder Organisation Technostress auslösen können, gehören unter anderem:
  • Techno-Erosion: Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben, wodurch Erholungszeiten verloren gehen. Zum Beispiel, wenn von dir erwartet wird, auch im Urlaub oder aus privaten Gründen außerhalb des Büros Nachrichten zu lesen und zu beantworten.
  • Techno-Überforderung: Damit ist der Druck gemeint, durch ständige Kommunikation und parallele Informationsströme immer schneller und länger zu arbeiten – etwa durch endlose E-Mails, Slack-Nachrichten und Benachrichtigungen rund um die Uhr. Das kann den „menschlichen“ Aspekt von Arbeit und Kommunikation verdrängen und das Burnout-Risiko erhöhen.
  • Techno-Instabilität: Sie beschreibt die Unsicherheit, die entsteht, wenn Hardware oder Software ohne klare Erwartungen verändert oder aktualisiert werden. Entscheidend ist hier ein wirksames Change Management – etwa wenn deine Organisation jedes Jahr auf eine neue digitale Plattform umstellt.
  • Techno-Unsicherheit: Damit ist die Sorge gemeint, durch Technologie – insbesondere durch KI – ersetzt zu werden oder neue Technologien nicht schnell genug zu verstehen. Zum Beispiel, wenn Automatisierung Routineaufgaben übernimmt und du das Gefühl bekommst, dass deine Rolle oder deine Fähigkeiten an Bedeutung verlieren.
  • Techno-Zweifel: Da sich Workplace-Technologien ständig weiterentwickeln, erfordern neue Systeme kontinuierliches Lernen. Wer nicht Schritt halten kann, fühlt sich schnell inkompetent. Ein Beispiel dafür ist die Einführung neuer Software ohne ausreichende Schulung oder rechtzeitige Vorbereitung.
Person die gestresst auf Laptop schaut
Unsere Forschung zeigt, dass ein erheblicher Teil der Wissensarbeiter:innen aufgrund dieser Kommunikationsfaktoren Stress und Angst erlebt:
  • 18 % gaben an, dass die Kommunikation von Kolleg:innen bei ihnen das Gefühl ausgelöst hat, inkompetent, ausgeschlossen oder nicht gemocht zu sein.
  • 28 % haben sich Sorgen gemacht, dass ihr eigener Ton oder der ihrer Kolleg:innen in der digitalen Kommunikation falsch gelesen oder missverstanden werden könnte.
Es gibt aber noch weitere Faktoren, die du berücksichtigen solltest. Einer davon ist die Informationsüberflutung: Müssen deine Teammitglieder zu viele digitale Informationen und Inhalte gleichzeitig verarbeiten? Führt ständiges Messen und Kontrollieren zu sinkender Motivation und Produktivität?
Auch deine Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle – unabhängig von der eingesetzten Technologie. Erwartest du von deinem Team, rund um die Uhr erreichbar zu sein, egal welche Tools genutzt werden? Fördern die eingesetzten Tools genau dieses Verhalten, statt es zur Ausnahme zu machen? Gibt es bei euch eine „Hustle“-Kultur, in der Führungskräfte selbst keine Auszeiten nehmen und zu jeder Tages- und Nachtzeit Nachrichten verschicken? All das kann zur Entstehung von Technostress in deinen Teams beitragen.

Die „menschlichen“ Auswirkungen von Technostress

Technostress hat sehr reale Folgen. Er kann zu Burnout, Fehlzeiten und letztlich sogar zur Kündigung führen – allesamt Auswirkungen, die auch die Befragten in unserer Studie genannt haben.
Die Ergebnisse zeigen:
In den vergangenen 12 Monaten nannten 43 % die Menge an Benachrichtigungen oder die Belastung durch die Nutzung mehrerer Plattformen als wesentliche Ursache für ihren Stress. Die Technologie, die Kommunikation eigentlich vereinfachen soll, erhöht also in vielen Fällen sogar die Belastung durch zu viele verschiedene Tools.
Unzureichende Schulungen verschärfen Technostress zusätzlich. Mehr als jede fünfte beschäftigte Person (21 %) gibt an, dass fehlende Schulungen zu neuen Tools direkt Stress und Ängste auslösen. Viele sind dadurch gezwungen, sich neue Anwendungen allein oder nach dem Prinzip „Learning by Doing“ anzueignen – was sich auch negativ auf die Produktivität auswirkt.
Auch die Unternehmenskultur beeinflusst maßgeblich, wie stark Wissensarbeiter:innen unter Technostress leiden. Haben sich Organisationen wirklich auf die Realität einer global vernetzten, digitalen Belegschaft eingestellt? Fast ein Fünftel der Beschäftigten (19 %) fühlt sich unter Druck, auch außerhalb der vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten erreichbar zu bleiben. 17 % sagen zudem, dass sie ständig das Gefühl haben, ihre Produktivität über digitale Kennzahlen beweisen zu müssen. Solche Erwartungen verwischen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben und fördern Erschöpfung und Frustration.
Effektive asynchrone Zusammenarbeit über verschiedene Zeitzonen hinweg ist durchaus möglich – und Technologie kann dabei unterstützen. Entscheidend ist jedoch, dass zuerst die passende Unternehmenskultur geschaffen wird.

Mehr als ein Viertel der Beschäftigten (27 %) gab an, regelmäßig digitale Überforderung zu erleben.

Ergebnisse der Studie „Die menschlichen Kosten der digitalen Transformation“

Die umfassenden Schäden durch Technostress

Doch nicht nur deine Teams sind betroffen. Wenn du Technologie und Effizienz über das Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden stellst, kann das auch deiner Organisation schaden. Fühlen sich Teammitglieder weniger engagiert, sinkt die Produktivität – und es wird schwieriger, deine Unternehmensziele zu erreichen. Hinzu kommen Fehlzeiten, wenn Menschen aus psychischen oder körperlichen Gründen krankgeschrieben sind. Auch bei der Personalgewinnung können Probleme entstehen: höhere Fluktuation und schlechte Arbeitgeberbewertungen sind oft die Folge.
Vielleicht hast du in Tools investiert, um mehr Experimentierfreude und Innovation zu fördern. Doch wenn die Nutzung von IT-Systemen Stress auslöst, konzentrieren sich Mitarbeitende eher auf Compliance als auf neue Ideen. Im schlimmsten Fall nutzen sie die Tools gar nicht. Wenn sie ohnehin weniger technikaffin sind und gleichzeitig zu gestresst, um Neues zu lernen, entstehen Wissens- und Kompetenzlücken, die das Problem weiter verschärfen. Kommen dann noch Burnout und Überlastung hinzu, setzt Ermüdung ein – mit mehr Fehlern und potenziellen Sicherheitsrisiken als Folge.
Und auch über die unmittelbaren Auswirkungen hinaus geraten deine strategischen Ziele unter Druck. Wenn deine Teams Veränderungen ablehnen und Angst vor Technologie haben, stockt die digitale Transformation. Wenn Fluktuation steigt und Produktivität sinkt, nehmen die Kosten zu und wertvolles Wissen geht verloren. Spätestens wenn Stress am Arbeitsplatz sichtbar wird oder sich auf deine Produkte und Dienstleistungen auswirkt, werden auch deine Kund:innen das bemerken.

Ready to tackle technostress head-on?

Unser vollständiger Forschungsbericht zeigt: Die Auswirkungen von Technostress auf deine Mitarbeitenden und dein Unternehmen sind real – und sie finden bereits jetzt statt. Doch diese Herausforderung ist nicht unlösbar. Wenn du die Ursachen erkennst, kannst du gezielt gegensteuern und verhindern, dass sich Technostress in deinen Teams festsetzt.
Lies den Bericht noch heute, um die Ursachen von Technostress zu verstehen, deine Unternehmenskultur zu stärken und ein gesünderes digitales Arbeitsumfeld für deine Teams zu schaffen.

Technostress Häufige Fragen

Was verursacht Technostress am Arbeitsplatz?
Technostress beschreibt die Belastung, die Mitarbeitende durch die ständigen Anforderungen erleben, sich an neue digitale Tools und Systeme anzupassen – oft ohne ausreichende Schulung und ohne eine unterstützende Arbeitskultur.
Das Gefühl von Technostress am Arbeitsplatz verringert die Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit, fördert Burnout, Erschöpfung und Ängste und beeinträchtigt zudem die Work-Life-Balance.
Technostress beschreibt den belastenden Druck, den Mitarbeitende durch eine übermäßige Nutzung von Technologie erleben. Technojoy hingegen bezeichnet den positiven mentalen Zustand, der entsteht, wenn Workplace-Technologien gut eingeführt, sinnvoll unterstützt und auf gesunde Arbeitsweisen sowie die tatsächlichen Anforderungen der Arbeit abgestimmt sind.

Forschungsbericht: Die Folgen der digitalen Transformation für den Menschen

Dieser spezielle Forschungsbericht von Adaptavist zeigt, wie Tools, Prozesse und Sprache das Problem des „Quiet Cracking“ – ein stilles Risiko für Teamengagement und den Erfolg der digitalen Transformation – sowohl verschärfen als auch lösen können.
Verfasst von
Cannon Lafferty
Cannon Lafferty
Head of Consulting NA
Work Management
Digital transformation