So können CTOs Burnout in Tech-Teams verhindern
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So können CTOs Burnout in Tech-Teams verhindern

Matt Saunders
Published on 1. Dezember 2025
10 Min. Lesezeit


Matt Saunders
Published on 1. Dezember 2025
10 Min. Lesezeit
Der siebenstufige Leitfaden für CTOs zur Verhinderung von Burnout
Der siebenstufige Leitfaden für CTOs zur Verhinderung von Burnout
Schritt 1: Baue Teams auf, die zu deinen Anforderungen passen
Schritt 2: Die Bedeutung erfahrener Führungskräfte berücksichtigen
Schritt 3: Nachhaltiges Arbeiten, und zwar immer
Schritt 4: Ein mental sicheres Umfeld schaffen
Schritt 5: Die Entwicklererfahrung verbessern
Schritt 6: Ergebnisse und Gesundheit in Einklang bringen
Schritt 7: Kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten
Häufig gestellte Fragen zum Thema Burnout in Tech-Teams
Die menschlichen Kosten der digitalen Transformation: ein Bericht von Adaptavist
Entdecke die versteckten Ursachen von Technostress – und wie du deine Teams dazu bringst, sich über den Einsatz von Technologie zu freuen.
In diesem 7-Schritte-Leitfaden stellen wir die Strategien vor, mit denen CTOs Burnout verhindern, das Wohlbefinden des Teams stärken und eine gesündere, produktivere Entwicklungskultur schaffen können.
Das Wachstum eines Unternehmens wird oft an der Erweiterung seiner Entwicklerteams gemessen, wobei viele Unternehmen hoffen, dass durch die Skalierung ihrer Teams auch die Wertschöpfung steigt. Doch die Skalierung erfolgt meist nicht linear: Von den Teams wird deshalb vielfach erwartet, dass sie an Projekten arbeiten, die zunehmend Nischenprodukte darstellen und nicht mehr direkt mit der Erbringung von Mehrwert für die Unternehmenskunden zusammenhängen. Mitarbeitende, die den Sinn hinter ihrer Arbeit begreifen, fühlen sich unserer Studie zufolge mehr als doppelt so oft (61 % gegenüber 29 %) durch ihr Arbeitsumfeld motiviert und beziehen daraus Energie.
Die Entwickler:innen machen existentielle Krisen durch und haben Schwierigkeiten, den Sinn ihrer Tätigkeit zu erfassen, während sie sich zudem wegen der fehlenden Eigenständigkeit ihrer Arbeit eingeengt fühlen. Aber ein Burnout ist keine plötzliche Erscheinung. Es baut sich langsam auf, versteckt hinter Sätzen wie „nur noch ein Sprint“, bis die besten Entwickler:innen irgendwann nur noch das absolute Minimum machen, um gerade so die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen, oder sich gleich nach einer neuen Tätigkeit umsehen.
Bei technischen Fachkräften wird beständig von hohen Burnout-Quoten berichtet. Das ständige Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Aufgaben, unrealistische Fristen und das schnelle Tempo des Wandels zermürben viele Menschen. Die Herausforderung besteht darin, die Teams so zu vergrößern, dass die Rechnung langfristig aufgehen kann.
Schritt 1: Baue Teams auf, die zu deinen Anforderungen passen
In einer starken Wachstumsphase darf man sich als CTO nicht damit begnügen, nur herauszufinden, was das Unternehmen zur Skalierung unbedingt benötigt. Stattdessen muss auch die Frage gestellt werden, wie die neuen Mitarbeitenden effektiv eingebunden werden können, ohne dass das bestehende Personal darunter leidet. Die Einstellung neuer Spezialist(inn)en, die sich dezidiert ihrem umschriebenen Fachbereich widmen, mag dabei als sinnvoller Weg erscheinen; dies führt jedoch oft zu Silos und Spannungen, die die interne Kommunikation und den Workflow behindern können. Stattdessen sollte man nach Personen mit fundiertem Fachwissen in einem bestimmten Bereich suchen, die bei Bedarf auch in anderen Bereichen mitarbeiten können.
Die Arbeit in kleinen, funktionsübergreifenden Teams und die Umsetzung agiler Prinzipien kann zur Burnout-Prävention beitragen. Die Aufteilung der anfallenden Arbeit in überschaubare Einzelbestandteile und die Möglichkeit für das Team, diese Arbeit einer Gruppe aus T-förmigen Mitarbeitenden zuzuweisen, die in mindestens einem Bereich Fachexpert(inn)en sind und in mehreren anderen Bereichen über relevante Kenntnisse oder Fähigkeiten verfügen, stellt eine fluide und menschliche Möglichkeit dar, um die bestehenden Lasten fair zu verteilen. Wenn jemand eine Auszeit braucht oder mit seiner hohen Arbeitsbelastung besonders zu kämpfen hat, können andere helfen, ohne dass das gesamte Projekt stockt. Alle verstehen dabei, wie die verschiedenen Teile des Systems miteinander zusammenhängen, und können über die einzelnen Disziplinen hinweg miteinander kommunizieren. Durch die Reduzierung der Abhängigkeiten zwischen den Teams erhalten die Entwickler:innen eine viel größere Eigenständigkeit und können die richtigen Ergebnisse mit weniger Reibungsverlusten erzielen.
Schritt 2: Die Bedeutung erfahrener Führungskräfte berücksichtigen
Gute Teams funktionieren dann am besten, wenn die richtige Durchmischung aus Bestandspersonal und neuen Mitarbeitenden erreicht wird. Teams mit zufriedenen Entwickler(inne)n zeichnen sich durch eine Mischung aus erfahrenen Mitarbeitenden aus, die die Technologie verstehen und den Kund(inn)en angemessene Erwartungen vermitteln können; diese bilden das Rückgrat des Teams, da bei ihnen eine langjährige Erfahrung mit einer ungebrochenen Leidenschaft zusammenfällt. Gute Führungskräfte achten auch auf Anzeichen von Burnout. Sie erkennen, wenn die Produktivität oder das Durchhaltevermögen nachlassen könnten, und unternehmen so früh wie möglich etwas dagegen. Hier hilft es, das Team zu schützen, indem man konsequent mit dem Unternehmen zusammenarbeitet, um realistische Ziele für die Bereitstellung festzulegen, und jedem die Chance gibt, die eigenen Fähigkeiten mit der richtigen Mischung aus Projektarbeit und persönlicher Weiterentwicklung auszubauen.
Schritt 3: Nachhaltiges Arbeiten, und zwar immer
Man kann nicht ständig auf Hochtouren arbeiten. Angesichts des Drucks, der von den Marktkräften und dem Unternehmen als Ganzes ausgeht, halten viele Techniker-Teams eine unablässige Dringlichkeit inzwischen für normal; dies kann jedoch im Laufe der Zeit zu einem Burnout führen. Wenn ein Unternehmen wächst, brauchen die Teams nachhaltige Arbeitsrhythmen sowie regelmäßig Zeit, um technologische Rückstände aufzuholen, und geschützte Zeiträume für konzentrierte Arbeit.
Der Erfolg darf nicht nur an der Geschwindigkeit gemessen werden. Ja, eine schnelle Bereitstellung ist wichtig, aber genauso wichtig ist es, dass dabei etwas entwickelt wird, das nicht schon in sechs Monaten zusammenbrechen wird, weil niemand die Zeit hatte, es richtig umzusetzen. Deshalb müssen echte Pausen eingeplant werden: nicht, damit die Menschen nachlassen können, sondern damit sie den Raum erhalten, um das große Ganze sehen zu können. Das bedeutet, dass es Tage ohne Besprechungen, Pufferzeiten zwischen einzelnen Projekten und Raum zum Nachdenken und zum Finden von richtigen Lösungen für Probleme geben muss.
Schritt 4: Ein mental sicheres Umfeld schaffen
Wenn man konsequent darauf hinwirkt, dass alle in einer mental sicheren Umgebung arbeiten können, kann ein Burnout effektiv verhindert werden, auch wenn dieser Umstand nicht den einzigen relevanten Faktor darstellt. Wenn Entwickler(innen) sich sicher fühlen, wenn sie unrealistische Fristen ansprechen, schlechte Entscheidungen hinterfragen und Schwierigkeiten zugeben, können Probleme viel schneller erkannt und gelöst werden, als wenn alle darüber schweigen. Menschen, die sich bei der Arbeit sicher fühlen, sind produktiver und kreativer.
Schritt 5: Die Entwicklererfahrung verbessern
Gute interne Tools, die so kalibriert sind, dass die Entwickler:innen sinnvoll mit ihnen arbeiten können, anstatt sie zu bekämpfen, sowie reibungslose und zuverlässige Test- und Bereitstellungspipelines beseitigen Hindernisse für Teams, damit sie produktiv, sicher und zufrieden arbeiten können. Neue Teammitglieder können schnell einen sinnvollen Beitrag leisten, anstatt sich erst ewig einrichten zu müssen. Die Investition in die Entwicklererfahrung schützt das Wohlbefinden der Menschen, da sie dann keine Zeit damit verschwenden müssen, mit Workflows zu kämpfen, die nicht auf ihre Anforderungen ausgelegt sind.
Schritt 6: Ergebnisse und Gesundheit in Einklang bringen
Als CTO erwartest du Ergebnisse von deinen Teams. Aber du kannst ihre mentale Gesundheit nicht einfach ignorieren und erwarten, dass sie mit einer „Nun, das ist eben der Job!“-Mentalität Erfolg haben. Entwickler:innen, die an Burnout leiden, machen Fehler, sind weniger kreativ und die guten unter ihnen werden irgendwann zu einem Unternehmen wechseln, das sie wertschätzt, und bei diesem Schritt auch ihr Wissen mitnehmen.
Konzentriere dich auf Klarheit und nicht nur auf Kapazität. Menschen brauchen klar definierte Ziele, eindeutige Prioritäten und die Möglichkeit, Nein zu sagen, wenn die eingehenden Anfragen nicht zu diesen Prioritäten passen. Verwirrung und Komplexität sind anstrengend, und deine Entwickler:innen müssen dann darauf ihre Energie verschwenden, anstatt einen echten Mehrwert zu schaffen. Jeder Aufgabenwechsel kostet Zeit und mentale Energie: Deshalb solltest du das so weit wie möglich minimieren. Reduziere unnötige Arbeit ... könnte dieses Meeting zum Beispiel auch eine E-Mail sein? Im Durchschnitt verbringen Wissensarbeiter:innen 50 Stunden pro Woche in Meetings.
Feiere Ergebnisse anstatt Arbeitsstunden. Niemand blickt gerne auf eine 60-Stunden-Woche zurück. Feiere stattdessen die erreichten Meilensteine eines Projekts, positives Feedback und die individuelle Weiterentwicklung. Sei ehrlich, wenn es um Einschränkungen geht, beziehe die Teams in die Entscheidungen ein und kümmere dich wirklich um ihr Wohlbefinden. Das ist kein Soft-Management, sondern ein strategischer Schachzug, um das volle Potenzial der Menschen zu entfachen und so bessere Ergebnisse zu erzielen.
Schritt 7: Kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten
Du kannst dich als Führungskraft weiterentwickeln, indem du dir ansiehst, wie es die anderen machen. Mach bei Meetup-Gruppen mit und unterhalte dich zwanglos mit deinen Kolleg(inn)en. Dabei wirst du feststellen, dass alle mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Nimm an Konferenzen teil und bleibe zu wichtigen Tools auf dem Laufenden. Lies viel. Bücher wie Team Topologies, Accelerate und Sooner Safer Happier bieten dir wertvolle und pragmatische Impulse, um deine Teams zu skalieren, ohne sie dabei zu überlasten. Das Wichtigste: Höre deinen Mitarbeitenden regelmäßig zu.
Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen sinnvoller Arbeit und der Vermeidung von Burnout. Wenn die Menschen verstehen, warum ihre Arbeit wichtig ist, wenn sie klare Ziele haben, sich sicher fühlen, wenn sie ehrlich sprechen können, und in einem nachhaltigen Tempo arbeiten, bleiben sie in der Regel engagiert und motiviert. Wenn sie sich dagegen überfordert fühlen, über die bestehenden Prioritäten im Unklaren sind, wenn sie ihre Bedenken nicht äußern können oder ständig unter Druck stehen, brennen sie irgendwann aus. Deine Rolle als CTO und Führungskraft besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Menschen wichtige Arbeit leisten können, ohne dabei ihr Wohlbefinden zu beeinträchtigen.
Häufig gestellte Fragen zur Verhinderung von Burnout in Tech-Teams
Wie können CTOs frühe Anzeichen von Burnout bei Entwickler(inne)n erkennen?
Frühe Anzeichen hierfür sind eine sinkende Produktivität, das vermehrte Auftreten von Fehlern, Reizbarkeit, mangelndes Engagement und häufige Abwesenheit. Regelmäßige Check-ins und die Überwachung von Workload-Mustern helfen dabei, früher Probleme zu erkennen.
Welche Schritte können CTOs ergreifen, um bei einer schnellen Skalierung Burnout zu verhindern?
CTOs können realistische Zeitpläne festlegen, Prozesse rationalisieren, ihre Einstellungen strategisch vornehmen, mehr Ruhe fördern und eine Kultur etablieren, bei der Transparenz und mentale Sicherheit Priorität haben.
Warum ist die Burnout-Prävention wichtig für die Leistung von Tech-Teams?
Die Vermeidung von Burnout verringert die Fluktuation, verbessert die Qualität des Codes, steigert die Arbeitsmoral und hilft den Teams, eine konstante Produktivität aufrechtzuerhalten – insbesondere in starken Wachstumsphasen.
Die menschlichen Kosten der digitalen Transformation: ein Bericht von Adaptavist
Entdecke die versteckten Ursachen von Technostress – und wie du deine Teams dazu bringst, sich über den Einsatz von Technologie zu freuen.
Verfasst von

DevOps Lead
Mit seinem Hintergrund als Linux-Systemadministrator ist Matt eine Autorität in Sachen DevOps. Bei Adaptavist und darüber hinaus setzt er sich für DevOps-Arbeitsweisen ein und hilft Teams dabei, die Leistung von Menschen, Prozessen und Technologien zu optimieren, um Software effizient und sicher zu liefern.
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