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Warum die Angst vor dem ITSM-Wechsel Ihr größtes Risiko ist
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Die Kosten des Stillstands: Warum die Angst vor dem ITSM-Wechsel Ihr größtes Risiko ist

Deniz Timartas
Deniz Timartas
Published on 27. Mai 2026
Zuletzt aktualisiert am: 22. Juli 2026
12 Min. Lesezeit
Grafische Illustration zum Thema ITSM-Transformation und die Kosten des Stillstands bei veralteten IT-Service-Management-Plattformen
Deniz Timartas
Deniz Timartas
Published on 27. Mai 2026
Zuletzt aktualisiert am: 22. Juli 2026
12 Min. Lesezeit
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Scenario: The organisation that knew it had a problem
Why enterprise organisations freeze
The hidden cost of the status quo
What "too complex to migrate" usually means
Reframing the decision

Erfahren Sie mehr über die versteckten Kosten beim Festhalten an Legacy-ITSM-Systemen – von Lücken in der KI-Capability und technischen Altlasten bis hin zu Vendor Lock-in, Produktivitätseinbußen und reduzierter Agilität.

Das Szenario: Das Problem ist bekannt – und doch passiert nichts

Ein bekanntes Bild aus der Praxis: Ein CIO im Finanzsektor weiß ganz genau, dass seine ITSM-Lösung zum Bremsklotz wird. Die Lizenzgebühren schießen Jahr für Jahr in die Höhe. Die Weiterentwicklung des Anbieters geht an den Bedürfnissen des Business vorbei. Die Teams behelfen sich mit unzähligen Eigenbauten, die längst niemand mehr komplett durchschaut. Wenn das Thema Modernisierung jedoch auf Vorstandsebene auf den Tisch kommt, heißt es am Ende immer wieder: „Im Moment passt es einfach nicht.“
Kein Einzelfall, sondern Alltag in vielen IT-Organisationen. Das fatale daran: Während jedes Transformationsprojekt auf Herz und Nieren durchleuchtet wird, bleiben die schleichenden Kosten des Stillstands meist völlig unberücksichtigt.

Warum Veränderungen so oft blockieren

Die Bedenken gegenüber einem ITSM-Plattformwechsel als reine Bequemlichkeit oder Führungsskepsis abzustempeln, greift zu kurz. Die Hintergründe sind nuancierter – und absolut verständlich. Unternehmen verbleiben keineswegs aus fehlendem Eifer auf ungeliebten Plattformen. Sie bleiben, weil die befürchteten Unterbrechungen im Betriebsablauf schwerer wiegen als der spürbare Frust im Alltag.
Verantwortlich dafür sind meist drei treibende Kräfte:

Die Falle der versunkenen Kosten

Jahre voller Anpassungen, Integrationsaufwand und Prozessdesign repräsentieren gigantische Investitionen – sowohl finanziell als auch personell. Das führt direkt in eine klassische Versunkene-Kosten-Falle (Sunk Cost Fallacy): Man investiert immer weiter in einen fehlerhaften Kurs, bloß weil bereits so viele Ressourcen hineingeflossen sind, anstatt Entscheidungen am künftigen Mehrwert auszurichten. Führungskräfte, die die ursprüngliche Implementierung einst vorangetrieben haben, sind besonders geneigt, das Narrativ zu verteidigen, dass die Plattform nach wie vor funktioniert. Das Ergebnis: Reale Probleme werden heruntergespielt und die Argumente für einen Wechsel erhalten nie die ernsthafte Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Führungsteams sollten daher in sich gehen, einen Schritt zurücktreten und die Einwände der Beteiligten kritisch hinterfragen: Wählen wir hier gerade den einfachen Weg für kurzfristig mittelmäßige Ergebnisse?

Der Effekt der Transformations-Müdigkeit

Großunternehmen befinden sich im Grunde in einer Dauer-Transformation. Es gibt immer ein weiteres Projekt, das um Aufmerksamkeit, Budget und Kapazitäten konkurriert. ITSM steht dabei selten ganz oben auf der strategischen Agenda – es ist die Infrastruktur im Hintergrund, die alles am Laufen hält und meist erst dann auffällt, wenn etwas schiefgeht.
Unternehmen sollten ITSM als strategisches Transformationsprojekt begreifen, das erst die Grundlage für andere Initiativen im gesamten Unternehmen schafft. Ein solches Projekt sollte Schritt für Schritt angegangen werden: Modernisieren Sie zuerst Bereiche mit großer Wirkung, anstatt einen hochriskanten Komplettumbau auf einmal zu wagen. Das sorgt für kontinuierlichen Schwung und nötige Flexibilität, falls sich Prioritäten vorübergehend verschieben.

Der schleichende Verlust der Anpassungsfähigkeit

Mit der Zeit prägt die Plattform nicht mehr nur die Prozesse – sie prägt das Verhalten. Teams beginnen, um Hürden herumzuplanen, anstatt sie zu hinterfragen. Behelfslösungen werden zur Norm. Weil sich Veränderung mühsam anfühlt, wird sie gemieden. Die Organisation verliert nach und nach die Fähigkeit, sich anzupassen. Was eigentlich einfache Verbesserungen sein sollten, entwickelt sich zu komplexen Initiativen, die unverhältnismäßig viel Aufwand und Abstimmung erfordern.
Das ist längst kein reines Tooling-Problem mehr – es ist eine Herausforderung für das gesamte Betriebsmodell und die Unternehmenskultur. Wenn Ihre zentrale Service-Plattform sich dem Wandel widersetzt, tut es das gesamte Unternehmen auch.

Die versteckten Kosten des Status quo

Wenn Organisationen die Kosten eines ITSM-Wechsels bewerten, erstellen sie meist einen detaillierten Business Case: Migrationskosten, Ausfallrisiken, Schulungen, Consulting-Dienstleistungen und Produktivitätseinbußen während der Übergangsphase. Das ist ein gründlicher Prozess.
Was jedoch fast nie mit derselben Sorgfalt berechnet wird, ist der Business Case für das Festhalten am Alten. Und genau das ist ein gefährlicher blinder Fleck.
Die Kosten der ITSM-Stagnation sind real, aber sie sind schleichend und schwer greifbar – die Art von Kosten, die weder einen Incident-Bericht auslösen noch sauber in einem Quartalsbericht auftauchen. Sie summieren sich still und leise auf, bis es irgendwann knallt.
Schauen wir uns an, was wirklich auf dem Spiel steht:

Talent und Produktivität

Wenn Service-Management-Tools sperrig und langsam sind oder ständig Behelfslösungen erfordern, ruiniert das die Erfahrung aller Beteiligten – vom IT-Team bis hin zum Mitarbeiter, der ein Ticket erstellt. Die besten IT-Talente, die freie Wahl bei ihren Arbeitgebern haben, ziehen Unternehmen mit modernen Tools und klaren Abläufen vor. Veraltete ITSM-Plattformen entwickeln sich dadurch immer mehr zu einem Talentproblem, nicht mehr nur zu einer technischen Hürde.
Zwar reizt viele hochqualifizierte IT-Fachkräfte die Herausforderung eines Transformationsprojekts, doch die bloße Verwaltung eines unzureichenden Systems empfinden die wenigsten als erfüllend oder als sinnvolle Nutzung ihrer Fähigkeiten. Schlechte Tools sollten daher nicht als bloße operative Unannehmlichkeit abgetan werden, sondern als direktes Risiko für die Mitarbeiterbindung, die Produktivität und die langfristige Leistungsfähigkeit der Organisation.

KI-Bereitschaft – oder das Fehlen derselben

Hier steht am meisten auf dem Spiel – und genau hier klafft die Schere zwischen modernen und veralteten Plattformen am schnellsten auseinander. Laut dem State of AI in ITSM 2025-Report von Atomicwork wird der Einsatz von KI rasch zum Standard: Über die Hälfte aller Organisationen nutzt KI bereits für Datenanalysen, fast die Hälfte setzt auf Endnutzer-Assistenten und Incident Management.
Unternehmen auf Plattformen, die solche Funktionen nicht nativ einbinden können, verpassen nicht nur Effizienzgewinne – ihnen entgehen Vorteile, die ihre Leistungsfähigkeit auf ein völlig neues Level heben könnten. Je länger Sie warten, desto größer wird diese Lücke, und desto schwieriger wird es, den Rückstand wieder aufzuholen.
„Der Einsatz von KI wird rasch zum Standard: Über die Hälfte der Unternehmen nutzt sie bereits für Datenanalysen, und fast die Hälfte setzt auf KI-Assistenten für Endanwender sowie im Incident Management.“
Atomicwork State of AI in ITSM 2025 Report

Die Kostenfalle der technischen Altlasten

Jede Behelfslösung, die entwickelt wird, um Plattformgrenzen zu umgehen, verschiebt die eigentliche Arbeit nur in die Zukunft. Undokumentierte Anpassungen werden zu einem stetig wachsenden Risiko, sobald die Entwickler dahinter das Unternehmen verlassen. Und jeder manuelle Prozess, der eigentlich automatisiert gehört, verwandelt sich in Daueraufwand.
Diese Art von Schulden löst sich nicht von selbst auf – sie summiert sich im Laufe der Zeit wie Zinseszinsen auf. Das Resultat sind genau jene versteckten Kosten, um die es geht.

Abängigkeit vom Hersteller

Unternehmen, die tief in einer Plattform feststecken – durch Spezial-Customizing, Integrationen und interne Abhängigkeiten –, verlieren mit der Zeit ihre Verhandlungsmacht. Verlängerungsgespräche werden zunehmend einseitig. Preiserhöhungen werden zähneknirschend akzeptiert, weil die Alternative schlicht zu bedrohlich wirkt. Diese Dynamik ist im Enterprise-ITSM besonders ausgeprägt, da manche Hersteller ihre Geschäftsmodelle gezielt auf genau dieser Art von Abhängigkeit aufbauen.

Strategische Agilität

Der vielleicht gravierendste Preis der ITSM-Stagnation ist der am schwersten messbare: die strategischen Chancen, die Sie gar nicht erst ergreifen, weil Ihr Service-Management-Fundament sie nicht hergibt. Wenn die IT durch ihre eigenen Tools eingebremst wird, wird sie vom Enabler zum Bremsklotz.
Die Organisationen, die für die nächste Innovationswelle am besten aufgestellt sind – sei es KI-getriebene Automatisierung, Enterprise Service Management oder Entwicklungen, die wir heute noch gar nicht absehen können –, sind diejenigen, die bereits ein modernes, flexibles Service-Management-Fundament gelegt haben. Getragen von einer Unternehmenskultur, die in der Lage ist, Veränderungen souverän zu meistern.

Was „zu komplex für eine Migration“ wirklich bedeutet

Einer der hartnäckigsten Einwände gegen eine ITSM-Transformation – gerade im Enterprise-Segment – lautet: Die bestehende Systemlandschaft sei schlichtweg zu komplex für eine Migration. Die Schnittstellen seien zu tief verankert, das Customizing zu drastisch und die Geschäftsprozesse zu eng mit der Plattform verwoben, um das System risikofrei abzulösen.
Diese Bedenken verdienen eine ehrliche und sachliche Betrachtung.
Aus unserer Erfahrung in zahlreichen Transformationsprojekten zeigt sich: Die Einschätzung „zu komplex für eine Migration“ ist zwar vereinzelt berechtigt – in den meisten Fällen spiegelt sie jedoch lediglich eine vorsichtige Risikowahrnehmung wider und ist keineswegs eine objektive Analyse des tatsächlich Machbaren. Komplexität ist eine reale Größe, lässt sich durch ein methodisches Vorgehen, fundierte Expertise und geeignete Werkzeuge jedoch gezielt beherrschen.
Noch aufschlussreicher ist die Frage, was diese Komplexität über den Ist-Zustand aussagt. Plattformen, die ein extremes Customizing erfordern, um fundamentale Unternehmensanforderungen zu erfüllen, passen per Definition nicht zu diesen Anforderungen. Genau jene Modifikationen, die eine Migration heute erschweren, machen auch den laufenden Betrieb kostenintensiv, fehleranfällig und abhängig von implizitem Expertenwissen. Wenn eine Systemarchitektur einen Grad erreicht hat, an dem niemand mehr das Gesamtsystem vollständig durchblickt, ist das kein Zeichen von Stabilität – es ist ein akkumuliertes Betriebsrisiko.
Moderne Plattformen setzen von Grund auf auf native Erweiterbarkeit und flexible Konfigurierbarkeit. Funktionalitäten, die auf Legacy-Systemen noch aufwendige Eigenentwicklungen erforderten, lassen sich heute weitgehend im Standard konfigurieren. Dadurch verlieren Migrationen, die einst als unüberwindbar galten, ihren Schrecken und werden zu einem absolut kalkulierbaren Vorhaben.

Die Entscheidung neu denken

Hören Sie auf, einen ITSM-Wechsel als bloßes Technologieprojekt zu bewerten. Es handelt sich um eine strategische Risikoentscheidung – und die entscheidende Frage lautet nicht: „Können wir uns die Störungen einer Migration leisten?“, sondern: „Was kostet uns das Nichthandeln mit all seinen schleichenden Folgen?“
Wenn Sie die Lücken bei der KI-Bereitschaft, die Auswirkungen veralteter Tools auf die Mitarbeitergewinnung, die eskalierenden technischen Schulden und den schwindenden Verhandlungsspielraum gegenüber Herstellern einkalkulieren, verschiebt sich die Gesamtrechnung grundlegend. Vorausschauende Organisationen warten nicht erst auf eine Krise. Sie handeln, weil sie klar erkennen, wohin der aktuelle Kurs führt – und sie werden aktiv, solange die Entscheidung noch bei ihnen liegt.
Die Migration selbst lässt sich deutlich besser meistern, als es viele Befürchtungen nahelegen. Was sich hingegen nicht beherrschen lässt, ist ein dauerhafter Stillstand. Auch Nichtstun ist eine Entscheidung – stellen Sie also sicher, dass Sie deren wahren Preis wirklich berechnet haben.
Erfolgreiche ITSM-Transformation von ServiceNow zu Jira Service Management bei MRI Software.

Die Transformation von ServiceNow zu Jira Service Management

MRI Software hat diesen Weg gewagt – den Wechsel von ServiceNow zu Jira Service Management – und profitiert heute von einer schlankeren, kosteneffizienteren und leistungsfähigeren Systemlandschaft.
Verfasst von
Deniz Timartas
Deniz Timartas
Strategic Advisor
Deniz Timartas ist strategischer Berater, der Atlassian-Tools und ITSM-Best-Practices einsetzt, um Kunden zu Effizienz und Erfolg zu verhelfen. Deniz ist außerdem ITIL Managing Professional und Trainer.