Wenn Organisationen die Kosten eines ITSM-Wechsels bewerten, erstellen sie meist einen detaillierten Business Case: Migrationskosten, Ausfallrisiken, Schulungen, Consulting-Dienstleistungen und Produktivitätseinbußen während der Übergangsphase. Das ist ein gründlicher Prozess.
Was jedoch fast nie mit derselben Sorgfalt berechnet wird, ist der Business Case für das Festhalten am Alten. Und genau das ist ein gefährlicher blinder Fleck.
Die Kosten der ITSM-Stagnation sind real, aber sie sind schleichend und schwer greifbar – die Art von Kosten, die weder einen Incident-Bericht auslösen noch sauber in einem Quartalsbericht auftauchen. Sie summieren sich still und leise auf, bis es irgendwann knallt.
Schauen wir uns an, was wirklich auf dem Spiel steht:
Talent und Produktivität
Wenn Service-Management-Tools sperrig und langsam sind oder ständig Behelfslösungen erfordern, ruiniert das die Erfahrung aller Beteiligten – vom IT-Team bis hin zum Mitarbeiter, der ein Ticket erstellt. Die besten IT-Talente, die freie Wahl bei ihren Arbeitgebern haben, ziehen Unternehmen mit modernen Tools und klaren Abläufen vor. Veraltete ITSM-Plattformen entwickeln sich dadurch immer mehr zu einem Talentproblem, nicht mehr nur zu einer technischen Hürde.
Zwar reizt viele hochqualifizierte IT-Fachkräfte die Herausforderung eines Transformationsprojekts, doch die bloße Verwaltung eines unzureichenden Systems empfinden die wenigsten als erfüllend oder als sinnvolle Nutzung ihrer Fähigkeiten. Schlechte Tools sollten daher nicht als bloße operative Unannehmlichkeit abgetan werden, sondern als direktes Risiko für die Mitarbeiterbindung, die Produktivität und die langfristige Leistungsfähigkeit der Organisation.
KI-Bereitschaft – oder das Fehlen derselben
Hier steht am meisten auf dem Spiel – und genau hier klafft die Schere zwischen modernen und veralteten Plattformen am schnellsten auseinander. Laut dem State of AI in ITSM 2025-Report von Atomicwork wird der Einsatz von KI rasch zum Standard: Über die Hälfte aller Organisationen nutzt KI bereits für Datenanalysen, fast die Hälfte setzt auf Endnutzer-Assistenten und Incident Management.
Unternehmen auf Plattformen, die solche Funktionen nicht nativ einbinden können, verpassen nicht nur Effizienzgewinne – ihnen entgehen Vorteile, die ihre Leistungsfähigkeit auf ein völlig neues Level heben könnten. Je länger Sie warten, desto größer wird diese Lücke, und desto schwieriger wird es, den Rückstand wieder aufzuholen.