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KI im Service-Management: Warum der EU AI Act ein Wendepunkt ist
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KI im Service-Management: Warum der EU-AI-Act ein Wendepunkt ist

Nikos Georgakopoulos
Nikos Georgakopoulos
Published on 22. Oktober 2025
5 Min. Lesezeit
Menschen in der Cloud und im Data Center
Nikos Georgakopoulos
Nikos Georgakopoulos
Published on 22. Oktober 2025
5 Min. Lesezeit

Die Ära der verantwortungsvollen KI im Service-Management

Künstliche Intelligenz ist heute ein fester Bestandteil von IT und Service-Management und ermöglicht intelligentes Routing, vorausschauende Erkenntnisse und Support über Chat. Aber mit der zunehmenden Annahme muss auch die Governance Schritt halten.
Das KI-Gesetz der Europäischen Union – die weltweit erste umfassende KI-Verordnung – ist für KI das, was die DSGVO für den Datenschutz war. Es führt einen risikobasierten Rahmen ein, um sicherzustellen, dass KI-Systeme transparent, sicher und verantwortungsvoll sind. Atlassian hat sich beispielsweise bereits an diesen Grundsätzen ausgerichtet, indem es dem KI-Pakt der EU beigetreten ist und Grundsätze für verantwortungsvolle Technologie veröffentlicht hat, die Transparenz, Fairness und Benutzerkontrolle in den Vordergrund stellen.
Eine neue Ära bricht an: Es geht nicht nur darum, KI verantwortungsbewusst zu nutzen, sondern dies auch nachzuweisen.

Warum das EU-KI-Gesetz für Führungskräfte im Servicebereich wichtig ist

Das KI-Gesetz klassifiziert Systeme nach Risiko – von „inakzeptabel“ bis „minimal“. Für ITSM und ESM fallen die meisten Anwendungsfälle (Ticket-Triage, KI-Zusammenfassungen, virtuelle Agenten) in den Bereich des begrenzten Risikos, was Transparenz und Aufsicht erfordert. Anwendungsfälle, die sich mit HR, Finanzen oder Zugriffsmanagement überschneiden, können jedoch als hohes Risiko eingestuft werden und erfordern strengere Kontrollen: Audit-Trails, Erklärbarkeit und menschliche Überprüfung.
Für CIOs und Führungskräfte im Bereich ITSM bedeutet dies, dass KI nicht als Blackbox behandelt werden kann. Jedes Modell, jede Empfehlung und jede Automatisierung muss regelkonform und erklärbar sein und unter Aufsicht stehen.

Von der Verpflichtung zur Chance
Das EU-KI-Gesetz sollte nicht als Compliance-Aufwand betrachtet werden – es ist ein Wettbewerbsvorteil für Serviceorganisationen, die Vertrauen operationalisieren.
1. Risikomanagement als fortlaufende Aufgabe Die KI-Risikobewertung sollte in den Service-Lebenszyklus eingebettet werden. Genauso wie ITSM die Änderungskontrolle integriert, werden führende Unternehmen die KI-Risikoklassifizierung zu einem Teil ihrer täglichen Unternehmensführung machen.
2. Compliance-orientiertes Service-Design Erstelle Workflows, die standardmäßig transparent und überprüfbar sind – mit klaren Offenlegungen zur KI und dokumentierter Entscheidungslogik. Der Ansatz von Atlassian selbst dient als Vorbild: Klare Transparenzseiten und sichtbare KI-Indikatoren in Produkten wie Rovo und Atlassian Intelligence helfen den Benutzern zu verstehen, wie und wann KI eingesetzt wird.
3. Vertrauen durch Transparenz Vertrauen wird Führungskompetenz bestimmen. Teams, die ihre KI erklären können – was sie tut, welche Daten sie verwendet und wann Menschen involviert sind – werden das Vertrauen der Stakeholder gewinnen.

Wo ITSM-Teams am meisten zu kämpfen haben

Bei der Implementierungsarbeit mit Unternehmenskunden treten immer wieder drei Reibungspunkte auf:
  • Schatten-KI: KI ist bereits in vielen Workflows vorhanden, oft jedoch undokumentiert.
  • Nachrüstung der Governance: Kontrollen werden nach der Bereitstellung hinzugefügt, was zu Risiken und Nacharbeiten führt.
  • Erklärbarkeitslücke: Sowohl Benutzer als auch Führungskräfte haben Schwierigkeiten, die Frage „Warum hat die KI diese Entscheidung getroffen?“ zu beantworten.
Dies sind genau die Schwachstellen, die das KI-Gesetz beheben soll – Transparenz, Verantwortlichkeit und Erklärbarkeit – und deren Beseitigung stärkt sowohl die Compliance als auch die Leistung.

Was Führungskräfte im Bereich ITSM und ESM jetzt tun sollten
  1. KI-Fußabdruck erfassen: Identifiziere alle in deinem Service-Stack eingebetteten KI-Funktionen.
  2. Nach Risiko klassifizieren: Ordne jeden Anwendungsfall den Kategorien des KI-Gesetzes zu (minimal, begrenzt, hoch).
  3. Governance in die Planung einbeziehen: Mach Compliance, Transparenz und menschliche Kontrolle zu einem Teil der Workflow-Planung – damit nach dem Start keine Nachbesserungen nötig sind.
  4. Kompetente Partner einbeziehen: Arbeite mit Anbietern und Integratoren zusammen, die mit KI-Governance-Frameworks vertraut sind.
Vertrauen als Unterscheidungsmerkmal positionieren: Demonstriere verantwortungsbewusste KI-Praktiken gegenüber Kundschaft, Vorständen und Aufsichtsbehörden.

Blick in die Zukunft

Das EU-KI-Gesetz ist nicht nur eine Vorschrift – es ist ein Katalysator für höhere Standards im KI-gesteuerten Servicebetrieb. Unternehmen, die es frühzeitig umsetzen, punkten mit Glaubwürdigkeit, Resilienz und Vertrauen.
Diejenigen, die Compliance als reine Formalität betrachten, werden hinter denen zurückbleiben, die sie als Grundlage für die Transformation betrachten.
KI im ITSM entwickelt sich von der Automatisierung zur Verantwortlichkeit – und im Zeitalter der verantwortungsvollen KI wird Vertrauen das entscheidende Alleinstellungsmerkmal sein.

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Verfasst von
Nikos Georgakopoulos
Nikos Georgakopoulos
Head of Service Management Strategic Advisors
Nikos verfügt über fast zwei Jahrzehnte Erfahrung in der IT-Branche. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Informatik, einen Master-Abschluss in Business Administration und Erfahrung mit dem Atlassian Ökosystem. Dadurch ist er in der Lage, Probleme effektiv zu lösen und die Produktivität von Unternehmen in regulierten Branchen zu steigern.