Steigerung der Entwicklerproduktivität im Bank- und Finanzdienstleistungssektor
In sozialen Netzwerken teilen
Steigerung der Entwicklerproduktivität im Bank- und Finanzdienstleistungssektor

Matt Saunders
Published on 23. Juni 2025
8 Min. Lesezeit


Matt Saunders
Published on 23. Juni 2025
8 Min. Lesezeit
Finde heraus, was die Entwicklerproduktivität in der Finanzdienstleistungsbranche ausbremst – und wie du diese typischen Herausforderungen überwinden kannst.
Die Produktivität von Entwicklern in einem Finanzdienstleistungsunternehmen wirkt sich direkt auf die Bemühungen zur digitalen Transformation aus. Untersuchungen zeigen, dass 83% der IT-Teams versuchen, zu viel in zu wenig Zeit zu erledigen. Hauptsächlich vier kritische Barrieren schränken in diesem Sektor immer wieder die Produktivität von Entwicklern ein.
1. Inkonsistente Tools führen zu Entwicklungsproblemen
Altsysteme auf Basis veralteter Technologien bremsen die digitale Transformation in Finanzdienstleistungsorganisationen, da Entwickler:innen häufig gleichzeitig mit diesen Systemen und moderneren Technologien arbeiten müssen. Beide erfordern unterschiedliche Ansätze und Abläufe, was zu Reibungsverlusten bei der Erledigung von Aufgaben führt.
Entwickler:innen wechseln ständig zwischen verschiedenen Umgebungen, oft mit unterschiedlichen Schnittstellen, Bereitstellungsprozessen und Debugging-Tools, was sie verlangsamt und die Gesamtproduktivität verringert. Neue Teammitglieder sehen sich einer besonders steilen Lernkurve gegenüber, da sie sich mit diesen unterschiedlichen Systemen vertraut machen müssen, anstatt sich auf die eigentliche Entwicklungsarbeit konzentrieren zu können.
Unternehmen, die sich dieser Herausforderung stellen, investieren in Plattformstandardisierungsinitiativen, die konsistente Entwicklungserfahrungen über Codebasen und Projekte hinweg bieten. Moderne Entwicklungsplattformen, die sich in Altsysteme integrieren lassen und gleichzeitig eine einheitliche Toolchain bieten, tragen dazu bei, den kognitiven Aufwand beim Arbeiten in verschiedenen Umgebungen zu reduzieren. Containerisierungstechnologien ermöglichen es Teams, Bereitstellungsprozesse zu standardisieren, auch wenn die zugrunde liegenden Systeme erheblich variieren.
2. Das Fehlen klarer Teamstrukturen behindert die Entscheidungsfindung
Viele Finanzdienstleistungsunternehmen arbeiten mit matrixartigen oder isolierten Teams, in denen die Verantwortlichkeiten zersplittert und schlecht definiert sind. Die Verantwortungsbereiche sind für Entwickler:innen möglicherweise nicht klar abgegrenzt, was verlangsamt, dass sie verstehen, worauf sie sich konzentrieren sollen. Diese organisatorische Mehrdeutigkeit führt zu zahlreichen Produktivitätsproblemen.
Unklare Teamstrukturen verlangsamen Entscheidungen, da Entwickler:innen sich durch schwerfällige Genehmigungsketten arbeiten oder Rücksprache mit vielen Stakeholdern halten müssen. Das bremst alles aus, wenn wichtige Entscheidungen die Mitarbeit von Teammitgliedern erfordern, deren Verantwortlichkeiten sich überschneiden oder im Konflikt stehen. Es kann auch vorkommen, dass mehrere Teams versehentlich ohne Abstimmung an ähnlichen Problemen arbeiten, und fehlende Abhängigkeiten können später im Entwicklungszyklus zu Integrationsfehlern führen.
Eine klar strukturierte Teamorganisation kann die Produktivität von Entwickler:innen deutlich steigern. Team Topologies ist ein führendes Framework, das vier grundlegende Teamtypen für „einen sachlichen, teamfreundlichen und humanistischen Ansatz zum Erstellen und Ausführen von Softwaresystemen“ einführt. Es ist ein schrittweises, anpassungsfähiges Modell, bei dem der Schwerpunkt auf der Optimierung der Interaktionen deiner Teams für einen besseren Flow liegt.
Viele Banken verlassen sich stark auf zentralisierte Plattformteams, was zu Engpässen führen kann. Der Übergang zu einem Team-Topologies-Modell ermöglicht es auf Streams ausgerichteten Teams, direkt Verantwortung für Kunden- oder Geschäfts-Wertströme zu übernehmen – unterstützt von Plattformteams, die Self-Service-Ressourcen bereitstellen. Dies reduziert Übergaben, klärt Verantwortlichkeiten und beschleunigt die Bereitstellung.
3. Eine Fehlausrichtung der Entwicklung reduziert den Geschäftswert
Compliance und Betriebskontinuität haben für Finanzinstitute immer oberste Priorität, aber dieser Fokus kann zu starren, zu stark geplanten Entwicklungszyklen und einer mangelnden Ausrichtung auf die tatsächliche Erbringung von Geschäftswert führen. Ohne agiles und realistisches Produktmanagement vergeuden Entwickler:innen leicht Zeit mit Wartungsaufgaben mit geringer Wirkung, statt echten Mehrwert für Kund:innen und Unternehmen zu liefern.
Diese Fehlausrichtung manifestiert sich auf verschiedene Weise. Entwicklerteams müssen möglicherweise die technische Problemlösung gegenüber kundenorientierten Funktionen priorisieren oder sich auf Compliance-Anforderungen mit minimalen geschäftlichen Auswirkungen konzentrieren. Entscheidungen zur Ressourcenallokation, die ohne klare Geschäftswertkriterien getroffen werden, können zu überdimensionierten Lösungen oder zur Vernachlässigung von wirkungsvollen Chancen führen.
Leistungsstarke Unternehmen können diese Probleme lösen, indem sie Produktmanagementpraktiken einsetzen, durch die sich Entwicklungsarbeit und Geschäftsergebnisse besser vereinen lassen. Die Wertstromanalyse hilft Teams zu verstehen, wie ihre Arbeit zum Kundennutzen und zu den Geschäftszielen beiträgt und wo das Unternehmen unbeabsichtigt Verzögerungen und Reibungsverluste verursacht. Eine regelmäßige Neupriorisierung sorgt dafür, dass Entwickler:innen sich auf Arbeiten mit hoher Wirkung konzentrieren können, statt auf Wartungsaufgaben, die unter Umständen gar keinen direkten Nutzen für Kund:innen bringen.
4. Restriktive Vorschriften verringern die Entwicklungsautonomie
Regulatorische Anforderungen und Daten-Governance können einen erheblichen Mehraufwand verursachen, der die Entwicklungszyklen verlangsamt und Entwickler:innen daran hindert, autonom zu arbeiten. Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sind im Finanzdienstleistungssektor natürlich absolut entscheidend, werden aber oft durch langwierige manuelle Prozesse oder übermäßig restriktive Kontrollen erfüllt, die Entwicklerteams frustrieren und die Produktivität beeinträchtigen.
Umfangreiche Dokumentationsanforderungen, langwierige Genehmigungsprozesse und starre Sicherheitsprotokolle können die Entwicklungszeit erheblich verlängern, da Entwickler:innen Zeit für Compliance-Tätigkeiten aufwenden, die einen begrenzten technischen oder offensichtlichen Geschäftswert bieten.
Zukunftsorientierte Unternehmen automatisieren Compliance-Prozesse, um diesen manuellen Aufwand zu reduzieren und gleichzeitig die erforderlichen Kontrollen zu erfüllen. DevSecOps-Praktiken integrieren Sicherheits- und Konformitätsprüfungen in Entwicklungspipelines, sodass Teams Probleme frühzeitig erkennen können, ohne die Entwicklungsgeschwindigkeit zu beeinträchtigen. Die Definition von Richtlinien als Code ermöglicht es Unternehmen, Compliance-Anforderungen zu kodifizieren, wodurch sie einheitlicher und weniger belastend für Entwicklerteams werden.
Wir entwickeln nachhaltige Lösungen
Diese vier Hindernisse sind miteinander verbunden und erfordern einen konsistenten und umfassenden Ansatz, um sie zu lösen, anstatt isolierter Arbeitsvorgänge oder „Go-Faster“-Richtlinien. Unternehmen, die die Produktivität ihrer Entwickler:innen erfolgreich verbessern, befassen sich mit der Konsistenz der Tools, der Klarheit über die Teamstruktur sowie den Verantwortlichkeiten und sind auf das Liefern von Geschäftswert ausgerichtet. Vorschriften und Compliance werden dabei ohne Reibungsverluste berücksichtigt. Nachhaltige Produktivitätsverbesserungen erfordern sowohl technische als auch organisatorische Änderungen, um effektive Entwicklungspraktiken zu fördern und gleichzeitig die besonderen Anforderungen von Finanzdienstleistungsumgebungen zu erfüllen.
Bist du bereit, die Produktivität der Entwickler:innen in deinem Finanzdienstleistungsunternehmen zu steigern?
Kontaktiere uns noch heute, um zu erfahren, wie unsere Lösungen dir helfen können.
Verfasst von

DevOps Lead
Mit seinem Hintergrund als Linux-Systemadministrator ist Matt eine Autorität in Sachen DevOps. Bei Adaptavist und darüber hinaus setzt er sich für DevOps-Arbeitsweisen ein und hilft Teams dabei, die Leistung von Menschen, Prozessen und Technologien zu optimieren, um Software effizient und sicher zu liefern.